„Ich, Eleanor Oliphant“ von Gail Honeyman

Eleanor Oliphant. Nicht nur der Name ist besonders, Eleanor ist auch besonders.
Selbstgewählte Einsamkeit macht misstrauisch: Warum lebt eine junge Frau, dreissig wird sie im Laufe der Geschichte, nicht nur alleine in ihrer Wohnung, so ungewöhnlich ist das nicht, sondern alleine in ihrem Leben? Außer ihren Arbeitskollegen, sie arbeitet in einem Büro in der Buchhaltung,  Passanten auf der Straße und den Supermarktangestellten, also allen, deren Kontakt sich nicht vermeiden lässt, hat sie weder einen Menschen, der ihr etwas bedeutet, noch dem sie etwas bedeutet.
Obwohl: Ihre Mutter ruft jeden Mittwoch an. Kurz, lieblos und verstörend sind diese Anrufe aus dem Irgendwo. Was ist nur passiert in Eleanors Leben? Nach und nach gewährt Eleanor in ihrer ganz eigenen schräg-sarkastischen Weise und Beobachtungsgabe Einblick in ihre Welt.

Eines Tages ändert sich alles. Sie verliebt sich Hals über Kopf in einen Mann, der aber von ihrer Existenz gar nichts ahnt. Wenn sie ihn erobern will, dann muss sie raus in die echte, wirkliche, verwirrende und für sie komplett fremde Außenwelt. Komisch und traurig zugleich ist dieses Vortasten, in dem sie ganz plötzlich nicht nur sich selbst wahrnimmt, sondern auch Menschen begegnet, die sie wahrnehmen.

Ein besonderes Buch.

Johanna Mildner

„Ich, Eleanor Oliphant“ von Gail Honeyman, erschienen bei Lübbe, 20€

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