„Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ von J. Ryan Stradal

Dies ist kein Küchenratgeber oder Kochbuch! Und eine Kochleidenschaft muss bei Ihnen auch nicht vorhanden sein. Aber doch eine für Essen und Genuss!

Auch wenn ich noch nie in meinem Leben alte Tomatensorten und anderes Gemüse mit Lust selbst angebaut und gekostet hätte, wäre ich von Eva Thorwald, ihrem Geschmackssinn und Kochkünsten so fasziniert, dass ich auf der Stelle meine Ersparnisse zusammenklauben, mich vier Jahre auf die Warteliste setzen lassen, irgendwo ins Nirgendwo in den Mittleren Westen fliegen würde, um das grandioseste und erfüllendste Dinner meines Lebens zu mir nehmen zu können…

Leider existiert Eva nur in diesem Roman. Aber ich habe sie beim Lesen mit solcher Wucht kennengelernt, habe sie mitsamt aller anderen Romanfiguren (ob durch familiäre, freundschaftliche oder zufällige Bindungen) durch ihr Leben begleitet, dass ich am Ende ganz erfüllt von ihrem Wesen war. Trotz permanenter Schicksalsschläge seit frühester Kindheit, hat diese Eva zu jeder Zeit in ihrem mittzwanzigjährigem Leben Glück und Erfüllung gehabt: beim Anbau und Verkauf der schärfsten Chilisorten im Alter von elf Jahren, im ständigen Suchen und Finden hervorragender regionaler und saisonaler Lebensmittel und natürlich im Perfektionieren ihrer Kochkunstbegabung….

J. Ryan Stradal hat mich mit dieser Geschichte um Eva Thorwalds Weg in den Küchenolymp so erwischt, dass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe. Irgendwie hat mich sein Schreibstil, ein bisschen an John Irving erinnert, aber trotzdem hat er eine ganz eigene Art zu erzählen….

„Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ von J. Ryan Stradal
erschienen im Diogenes Verlag, 24€

Johanna Mildner

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